Eigentlich sollte sich Johanna auf die Fertigstellung ihrer Skizzen für das neue einbaufertige Bauteil konzentrieren. Die Abgabefrist rückt wieder einmal schneller näher, als ihr lieb ist. Doch ihre Gedanken schweifen immer wieder ab. Knapp 80 Prozent aller produktbezogenen Umweltauswirkungen würden bereits in der Entwurfsphase eines Produkts festgelegt, hatte der Vortragende im Webinar letzte Woche erklärt. Sollte die junge Produktentwicklerin also tatsächlich einen größeren Beitrag zur Bekämpfung von Klimawandel, Energiekrise und Ressourcenknappheit leisten können, als ihr bislang bewusst war? Das wäre ja fantastisch.
Motiviert und voller Ehrgeiz beginnt Johanna nach Wegen zu suchen, wie sie künftig natürliche Ressourcen und Fertigungsmaterialien möglichst effizient einplant und eine nachhaltige Produktentwicklung unterstützt. Sehen wir uns also an, ob sie damit erfolgreich ist.
Nachhaltige Produktentwicklung umfasst neben der eigentlichen Funktion eines Produktes auch dessen ökologische und soziale Auswirkungen. Betrachtet wird dabei der gesamte Lebenszyklus, von der Herstellung bis zur Entsorgung. In diesem Sinne soll das Produktdesign gewährleisten, dass notwendige Ressourcen effizient genutzt und möglichst nachhaltige Materialien verwendet werden.
Eine nachhaltige Produktentwicklung beginnt und endet nicht bei den verwendeten Fertigungs- und Hilfsgütern. Zu einem treffsicheren Nachhaltigkeitsprinzip gehören die gesamte Lieferkette dieser Materialien und des fertigen Endprodukts, eine verantwortungsvolle Produktion, die Minimierung von Abfällen und Emissionen, sowie die Förderung von Recycling-Maßnahmen.
Aus dieser Gesamtbetrachtung heraus bieten sich für Johanna gleich mehrere erfolgversprechende Ansätze und Möglichkeiten zur Produktion ihres Bauteils. Mit dem bisherigen Fertigungspartner ist das allerdings nicht möglich und sie muss ihren Vorgesetzten von einem Herstellerwechsel überzeugen. Bevor sie ihr Anliegen vorbringt, sollten ihr aber noch ein paar gute Argumente einfallen. Schließlich muss die neue Lösung nicht nur nachhaltig, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, damit ihr Chef bei ihrem Vorhaben mitspielt.
Trotz der Gefahr, schnell abgedroschen zu wirken, birgt das Streben nach mehr Nachhaltigkeit für Unternehmen wesentlich mehr Potential als auf den ersten Blick ersichtlich. Nachfolgend daher die wichtigsten Vorteile einer nachhaltigen Produktentwicklung:
Umwelt- und Ressourcenschutz durch eine möglichst effiziente Verwendung von Rohstoffen und Ressourcen sowie Herstellungsverfahren, die auf dem Einsatz von erneuerbaren Energien beruhen.
Langfristige Kosteneinsparungen durch recycelbare Materialien oder eine energiesparenden Produktionsweise.
Neue Geschäftschancen, z.B. auf Märkten mit wachsender Nachfrage nach nachhaltigen Produkten.
Stärkung des Kundenvertrauens, indem das Unternehmen seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und kommender Generationen wahrnimmt.
Verringerung von Abfällen durch den Einsatz recyclingfähiger Materialien oder dem Entwurf von Produkten mit höherer Lebensdauer.
Erhöhung der Effizienz dank neuer Produktionsverfahren und Optimierungen in der Lieferkette.
Neue gesetzliche Vorschriften werden durch vorausschauendes Handeln und aktives Bemühen um Nachhaltigkeit bereits vor Inkrafttreten erfüllt.
Steigerung des Unternehmenswertes dank einer höheren Attraktivität der Marke für zukunftsorientierte Investoren.
Stärkung der Innovationskraft durch Anreize für die Entwicklung von umweltfreundlichen und ressourceneffizienten Technologien.
Das wäre also geschafft. Der Chef ist überzeugt und Johanna hat freie Hand. Jetzt möchte sie natürlich auch alles richtig machen und so viel wie möglich aus ihrem Bauteil herausholen. Die Devise lautet: minimaler Materialeinsatz und maximale CO2-Reduktion. Schauen wir uns also an, wie das gelingt.
Wie die Herstellung eines Produkts und damit verbundene Prozesse möglichst nachhaltig gestaltet werden können, zeigen diese 7 Tipps zur Reduktion von Material und CO2-Emissionen:
CO2-reduzierte Herstellung möglich, Stichwort: Grüner Stahl.
Johanna hat einen tollen Job gemacht. Mit ihrem Entwurf und der Wahl des Herstellers für ihr neues Bauteil setzt sie nicht nur deutliche Akzente für mehr Klima- und Umweltschutz, sondern spart ihrem Unternehmen auch noch Geld. Ihr Chef ist begeistert und möchte nun den ganzen Betrieb nachhaltiger ausrichten. Sehen wir uns also an, was er dafür tun kann.
Je nach Größe und Branche stehen Betriebe vor unterschiedlichen Herausforderungen, wenn sie Prozesse neu ausrichten wollen. Grundsätzlich empfehlen sich zur Förderung einer nachhaltigen Produktentwicklung die folgenden 9 Maßnahmen:
Mit diesem Maßnahmenkatalog als Grundlage können Unternehmen ihren individuellen Weg zu mehr Nachhaltigkeit beginnen und sukzessive weiter verfolgen. Wie ein solcher Weg in der Praxis aussieht, wollen wir uns nun abschließend am Beispiel eines bekannten Rollprofilierers ansehen, der ihnen eventuell auch schon über den Weg gelaufen ist ;)
Bei Welser Profile haben wir uns bereits früh für nachhaltiges Handeln in allen Unternehmensbereichen entschieden. In der Produktentwicklung gewährleisten wir diese Ausrichtung unter anderem durch folgende Maßnahmen:
Beim Rollformen haben wir die Möglichkeit, viele Fertigungsschritte (Lochen, Einfügen von Gewinden und Stanzmuttern, Prägungen etc.) direkt in den Produktionsprozess zu integrieren und damit Energie und Ressourcen für nachgelagerte Arbeiten einzusparen. Außerdem können wir bei diesem Fertigungsverfahren durch die Querschnittsgestaltung viele Funktionen gleich direkt in das Profil integrieren und so Folgeprozesse einsparen.
Durch eine Optimierung der Materialstärken erzielen wir im Fertigungsprozess eine weitere Verringerung des Materialbedarfs und von Abfällen. Darüber hinaus trägt eine optimale Materialstärke auch zur Reduktion des Energiebedarfs beim Gebrauch des fertigen Endprodukts bei. Beispielsweise, indem das Gesamtgewicht einer Maschine gesenkt wird und nun weniger Energieaufwand nötig ist, um diese in Bewegung zu setzen.
Unser umfassendes Know-how und jahrelange Erfahrung mit ultrahochfesten Stählen sowie die Gestaltungsmöglichkeiten von Querschnitten stellen wir auch unseren Kunden zur Verfügung, sodass diese bereits in der Planungsphase ihrer Querschnitte auf möglichst nachhaltige Produkteigenschaften achten können. Durch unsere guten und langjährigen Branchenkontakte können wir außerdem echten CO2-reduzierten Stahl anbieten.
Rollformen ist energieeffizient. Das Fertigungsmaterial wird nicht erhitzt, sondern bei Raumtemperatur auf der Rollprofilierungsanlage durch Druck in die gewünschte Form gebracht. Der Energiebedarf beim Rollformen ist damit wesentlich geringer als bei anderen Herstellungsverfahren und damit auch die CO2-Emissionen. Darüber hinaus kommt bei Welser Profile ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen zum Einsatz, unter anderem aus der eigenen PV-Anlage in Gresten und für unseren Standort in Bönen planen wir gerade eine Windkraftanlage.
Wir fertigen langlebige Werkzeuge. Mit hochwertigen Rollwerkzeugen können mehrere 100.000 Meter Material bearbeitet werden. Einmal hergestellt, verwenden wir oft ein und dasselbe Werkzeug ein Produktleben lang zur Herstellung desselben Profils.
Wir haben bereits festgestellt: Nachhaltigkeit ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Dieser Leitspruch gilt auch für Welser Profile. Wir arbeiten daher laufend an einer Optimierung unserer Maßnahmen und suchen aktiv nach Möglichkeiten, unseren ökologischen Fußabdruck weiter zu verbessern.
Johanna und ihr Chef haben erkannt, dass eine nachhaltige Produktion nicht nur ökologisch Sinn macht, sondern sich auf viele Unternehmensbereiche positiv auswirkt. Es zahlt sich aus, möglichst früh im Entwicklungsprozess einen effizienten Ressourceneinsatz zu berücksichtigen. Nur so können die vielfältigen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die der Markt bereits heute bietet.
Dazu ist es allerdings notwendig, diese Möglichkeiten auch zu kennen. Unsere Kunden können sich daher stets auf das umfassende Know-how unserer Experten verlassen sowie auf eine kompetente Begleitung während ihres gesamten Produktentwicklungsprozesses.